Die Kunst sich über Wasser zu halten
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Ausstellung
der Sylter Kunstfreunde in der Stadtgalerie Alte Post
Gleich
zum Auftakt im neuen Jahr stellen
die Sylter Kunstfreunde die Malerin Sabine Jesse-Kniesel und die
Bildhauerin Mona Schewe- Buggea in der Stadtgalerie Alte Post in
Westerland aus. Auf großformatigen Ölbildern und mit Skulpturen aus Bronze und Spachtelmasse setzen sich die Hamburger Künstlerinnen doppeldeutig mit dem täglichen Leben, mit der Kunst sich über Wasser zu halten, auseinander. „Die Idee zu diesem Thema,“ so die Künstlerinnen „entstand an einem stürmischen Herbsttag , als wir wieder im Radio von den starken Küstenbeschädigungen von Sylt hörten.“ Seit
fast 10 Jahren teilen sich die Künstlerinnen ein Atelier in
Hamburg-Ottensen. Schon häufig arbeiteten und stellten sie
zu gemeinsamen Themen aus:
„ Denn Bilder und Skulpturen ergänzen sich sehr gut, es entstehen räumliche
Installationen“, meint die Bildhauerin Mona Schewe -Buggea, die in
Dortmund Objektdesign studierte. Auf Flaschen, Flößen oder sonstigen
Gegenständen versuchen sich ihre menschliche Figuren über Wasser zu
halten. Manche kommen auf Stelzen daher, andere hangeln sich an gespannten
Seilen durch den Raum. Ihre Figuren sind farbig reduziert und nackt und
sie scheinen verletzlich. Und zugleich suggerieren sie
dem Betrachter : sie wissen sich zu helfen, sie wissen Hindernisse
zu überwinden und Überschwemmungen zu trotzen. Diese optimistische
Haltung mit ernstem Hintersinn macht Spaß
die Vielseitigkeit der Betrachtungsweisen und -Perspektiven zu
entdecken. Die
Hamburger Malerin Sabine Jesse-Kniesel ist nicht ganz unbekannt auf Sylt.
Sie zeigt nun schon zum dritten Mal hier ihre farbenfrohen, meist großformatigen
Ölbilder: Da hocken Frauen in
Plastiktüten aus Supermärkten und treiben übers Wasser, andere sitzen
im See auf Stehlen und angeln nach Brauchbarem . Da gibt es Männer, denen
scheinbar ihr Hab und Gut davonschwimmt, die sich aber Dank einer Flasche
Wein nicht aus der Ruhe bringen lassen. Es sind eigentlich bekannte
Situationen im übertragenen Sinn, die die Malerin auf die Leinwand
bringt. So hält sie dem Betrachter einen Spiegel vor, er erkennt sich in
seinem Alltag mit seinen Lebensituationen wieder. „ Ich tarne gerne
meine Aussagen mit Ironie und Witz, möchte aber auf keinen Fall belehrend
wirken“, so die Malerin. Die
Arbeiten der beiden Künstlerinnen berühren und irritieren zugleich durch
ihren hintersinnigen Humor, sie regen an und auch auf,sie bewegen zum
Nachdenken und zum Überdenken täglicher Situationen im Umgang mit dem
Neben und Miteinander. Zu
sehen ist diese Ausstellung vom 4. bis zum 14.Januar in der Stadtgalerie,
Alte Post, Stephanstrasse 4, Westerland.
Eröffnung ist am 3.1.2008, ab 19 Uhr. Mo-Fr 10-18Uhr, Sa-So 10-14Uhr
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